„Ich bin von Natur aus optimistisch“ (Mehrdad Bonakdar, CEO KENSINGTON)

Markus Hotz, OnLOCATION Magazin, sprach mit Mehrdad Bonakdar, Gründer der Unternehmensgruppe KENSINGTON, über Chancen trotz Ängsten in Krisenzeiten und die Perspektiven auf dem Immobilienmarkt.

"Ich bin von Natur aus optimistisch" (Mehrdad Bonakdar, CEO KENSINGTON)

„Ich bin von Natur aus optimistisch“

Markus Hotz sprach mit Mehrdad Bonakdar, Gründer der Unternehmensgruppe KENSINGTON, über Chancen trotz Ängsten in Krisenzeiten und die Perspektiven auf dem Immobilienmarkt.

Herr Bonakdar, Sie sind als Gründer der KENSINGTON Gruppe und Franchisegeber der „Kopf“ einer Marke. Wie gehen Sie persönlich mit der derzeitigen Situation um und was empfehlen Sie ihren Franchisepartnern und ihren Teams?

Ich telefoniere viel, insbesondere mit unseren Franchisenehmern und ihren Mitarbeitern, aber auch mit vielen Kunden und Geschäftspartnern. Als Leader sollte man in solch einer Situation die Vogelperspektive einnehmen, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Am wichtigsten ist aber den vielen Opfern und den Kranken in den Krankenhäusern unsere Gedanken zu widmen und jeden Tag dankbar dafür zu sein, dass wir natürlichen Sauerstoff einatmen können und erkennen, dass die Dinge wohl doch nicht so selbstverständlich sind, wie wir alle immer glauben. Es ist eine gute Zeit, zu reflektieren.

Was kann man in solch einer Situation überhaupt tun? Das Business ruht ja zum grössten Teil?

Ja, allerdings wird das kein Dauerzustand sein. Die ersten Lockerungen sind ja im Gange.

Und was tut z.B. ein Immobilienmakler in dieser Zeit?

Er sollte das tun, was er immer tun sollte: Den täglichen Kontakt zu Kunden pflegen. Als Dienstleister und Berater muss man jetzt herausfinden, wer investieren kann und will. Diese ruhigere Zeit kann man auch nutzen, um sich weiter zu entwickeln. Lesen, sich mit Kollegen, Mitbewerbern und anderen Branchen austauschen. Da kann man sehr viel Input rausholen und sich für das, was kommt, rüsten.

Die Existenzängste sind allgegenwärtig. Wie machen Sie sich und anderen gerade Mut?

Jeder hat Ängste. Der eine mehr, der andere weniger. In guten Zeiten gilt es darum, sich nicht nur ein finanzielles Polster, sondern insbesondere ein mentales Polster und körperliche Fitness anzueignen. Die grössten Fehler machen Menschen bekanntlich in guten Zeiten, nicht in schlechten! So nehme ich derzeit bei einigen Unternehmern wahr, dass sie schon vor dieser Zeit vieles falsch gemacht haben, beratungsresistent waren und nun alles auf die aktuelle Situation schieben. Das ist zu einfach! Und Mut machen wir uns in der jetzigen Zeit in der KENSINGTON Community untereinander: Gemeinsam sind wir stärker!

Was kann ein Immobilienmakler, der laufende Kosten hat und dem jetzt für einige Monate die Einnahmen wegbrechen, aktiv tun?

Erstens sollte sich jeder Immobilienmakler die Frage stellen, ob sein Geschäftsmodell sinnvoll aufgestellt ist, wenn er nach einigen – gerade in den letzten sehr erfolgreichen – Jahren als Makler, aufgrund aktuell fehlender Einnahmen nicht einmal 3-6 Monate übersteht. Daraus sollte er jetzt die richtigen Schlüsse ziehen, Demut zeigen und es in Zukunft besser machen und daraus positive Energie schöpfen. Und für diese kurze Zeit muss man eben Lösungen finden. Im mentalen Bereich haben wir bei KENSINGTON speziell gerade jetzt einen promovierten Psychotherapeuten engagiert, der unser internationales Team, via Video Conference coacht und in Einzelgesprächen berät. Darüber hinaus haben wir Immobilien- und Kommunikationstrainer engagiert, die ebenfalls via Webinare unser Team beraten.

Haben Sie bei KENSINGTON Fälle, wo ein Franchisenehmer Liquiditätsengpässe befürchten muss?

Bisher nicht und diese werden auch nicht kommen. Wir sind mit all unseren Franchisenehmern und zum Teil auch ihren Mitarbeitern in engem und stetigem Kontakt. Es geht darum zuzuhören. Welche Ängste sind da. Ich bin sehr stolz, wie souverän alle, wirklich alle, mit der Situation umgehen. Die Franchisenehmer gehen mit bestem Vorbild voran, bleiben ruhig, fahren ihr Marketing nicht unnötig herunter und machen „Business as usual“ so gut es eben gerade geht. Ende vorletzter Woche gingen in Berlin z.B. 50.000 Mailings an Kunden raus. Das ist phänomenal. Das ist genau der richtige Weg. Wir stehen alle in der Verantwortung, denn es gibt einen „Day After“. Nie zuvor wurde der Mehrwert, einer starken Marke anzugehören, so deutlich, wie heute.

Das klingt sehr optimistisch…

Klar! Ich erlebe es ja tagtäglich: Wir haben in unserer M&A Sparte vorletzte Woche ein Bauunternehmen in Zürich an einen Jungunternehmer verkauft. Man müsste doch eher davon ausgehen, dass solch ein Käufer derzeit eher abspringen müsste?!

Unsere Commercial Properties Sparte hat kurz nach dem Lock Down in der Schweiz ein Portfolio von 38 Wohnungen und 84 Stellplätzen an einen Investor aus der Schweiz vermittelt. Auch hier hätte der Käufer zurücktreten können. Auf Mallorca werden trotz allem vereinzelt Optionsverträge abgeschlossen, die noch aus Altbesichtigungen stammen. Ich Deutschland fanden bei KENSINGTON einige Beurkundungen statt.
Diese Beispiele zeigen eindrücklich den Glauben an die Immobilie, und zwar gerade in diesen Zeiten. Die Immobilie war, ist und bleibt einer der sichersten Anlagen überhaupt. Preiskorrekturen gab es immer und wird es immer geben. Wenn ich sehe, wie viele Besichtigungstermine bei KENSINGTON derzeit „on hold“ sind, bis sie wieder persönlich vor Ort möglich sind, dann mache ich mir um die Immobilienbranche keine Sorgen. Mit dem KENSINGTON Family Office suchen wir gemeinsam mit Co-Investoren nach wie vor nach Baugrundstücken auf Mallorca und Ibiza. Hierzu haben wir vor Kurzem sogar eine Projektentwicklungsgesellschaft auf Mallorca gegründet. Wir werden uns auch in Kürze in Deutschland an ein Neubauvorhaben beteiligen. Das zeigt ja alles sehr deutlich, wie wir bei KENSINGTON die Zukunft zumindest für Immobilien angehen werden. Ich bin grundsätzlich immer optimistisch.

Wie wird das Ganze die Immobilienbranche beeinflussen?

Eines wird sich nie ändern: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Immer und überall.
Es wird auch, wie immer, einen Unterschied zwischen Erst- und Zweitwohnsitzmärkten geben.

Und wieso ist das so?

Der Zweit- oder Drittwohnsitz ist ein Luxusbedürfnis. Ähnlich verhält es sich mit Yachten oder anderen Luxusgütern. Sobald es unruhig wird, verzichtet man zunächst einmal darauf. Da wird der Fokus auf andere Dinge gelegt. Beim Erstwohnsitz oder der Anlageimmobilie steckt natürlich ein anderes Kaufverhalten, andere Motive und Parameter dahinter, wie Nachfrage von Mietern, Zinsniveau, Wohnraumknappheit uvm.. Auf Märkten wie Deutschland oder die Schweiz hatte auch ohne Corona allmählich der lange Zyklus langsam ein Ende gefunden. Eine Rezession ist jetzt unvermeidbar. Arbeitslosigkeit und Insolvenzen beeinflussen auch den Immobilienmarkt. Das drückt sich wiederum auf Miet und Kaufpreise aus. Ich persönlich glaube aber, dass sich Deutschland und auch die Schweiz sich schneller erholen werden als andere Länder. Und ab 2021 werden sich die Preise wieder erholen. Sogenannte Hotspots sind eher nicht so sehr betroffen.

Und die Zweitwohnsitzmärkte?

Auch hier gilt: Hotspots bleiben Hotspots. Es gibt Zweitwohnsitzmärkte, die auch in anderen Krisenzeiten sehr stabil geblieben sind, allen voran übrigens die Balearen, wo wir mit 12 Büros vertreten sind. Hier haben viele Investoren, gerade wegen des Einbruchs bei anderen Assetklassen in der Vergangenheit, weiter investiert, weil sie die Wertentwicklung der letzten 10-15 Jahre mitverfolgt haben und wissen, dass sie sich auf die Märkte auf Mallorca und Ibiza verlassen können. Auch wenn ich ungerne Prognosen abgebe: Der Balearische Immobilienmarkt wird perspektivisch von diesen Vorkommnissen profitieren. Käufer werden sicherlich zunächst vorsichtig sein, aber einen Preiseinbruch, wie eventuell von einigen Kaufinteressenten gehofft, wird es nicht geben. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die selbst meist sehr vermögenden Eigentümer, diese Zeiten einfach aussitzen, weshalb es hier nie zu einem Preiseinbruch kam. Das laufende Jahr wird aber für alle extrem hart, insbesondere weil keiner weiss, wann Käufer wieder einreisen können.

Was plant KENSINGTON, unabhängig von der momentanen Situation, in Bezug auf die weitere Expansion?

Wir haben Anfang des Jahres mit der Mergers & Acquisitions Sparte einen phänomenalen Start hingelegt und sind mit KENSINGTON Art, unserer Kunst Sparte, vor kurzem Online gegangen, im Übrigen ein Geheimtip für Investoren, die eine krisensichere AnIagemöglichkeit suchen. Ich freue mich auch darauf, wenn es auf Mallorca wieder losgeht und wir die nächsten Projekte entwickeln. In den letzten 2 Wochen wurden in Deutschland zwei neue Franchiselizenzen und Anfang März die Masterlizenz Schweiz vergeben. Unsere sehr vielversprechenden Gespräche für weitere Masterlizenzen in Europa werden weitergeführt. Diese Woche kam sogar eine Franchiseanfrage aus Californien von einem langjährigen Kunden, der vor 5 Jahren in die USA gezogen ist. Es ist also viel Bewegung bei uns. Trotz allem. Wir sind optimistisch.

Dann wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg und bleiben Sie gesund.

Besten Dank. Das wünsche ich Ihnen auch.

Das Kerngeschäft der Unternehmensgruppe KENSINGTON liegt seit über 20 Jahren in der Vermarktung von hochwertigen Immobilien, das durch Franchisefilialen international stark am wachsen ist. Mittlerweile zählen zum Unternehmen weitere Sparten, wie ein Family Office, ein Mergers & Acquisition Unternehmen, eine Digitale Immobilien Investment Plattform, ein Reiseportal, ein Verlag, der u.a. das Life Style Magazin OnLOCATION herausgibt, sowie eine exklusive Kunstplattform.

Kontakt
KENSINGTON Finest Properties International AG
Stephanie Flindt
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